Kitsuke –

oder wie man einen Kimono anzieht

Einen Kimono anzulegen ist nicht ganz so schwer, wie man denken könnte.

Was brauche ich:

  • Tabi
  • Hadajuban oder Hanjuban mit Sosujoke
  • Nagajuban
  • 3 Koshihimo
  • 2 Datejime
  • Kimono 
  • breite Wäschklammer oder ähnliches

 

Optional:

  • Korin Belt

Für die folgenden Bilder möchte ich mich bei Melanie, einer guten Freundin und Besitzerin der Domains www.hanamachi.de und www.sakura-heaven.de bedanken ^^

 

 

Vorbereitung

Bevor es losgeht, muss der Nagajuban vorbereitet werden:
Zum Schutz des Kragens wird ein Haneri, ein Überkragen, temporär mit Heftstichen an den Juban-Kragen genäht. Die kurzen Enden bleiben dabei offen, da hier das Erishin, das Kragen-Inlay, eingeschoben wir. Es dient zur Versteifung des Kragens, der so im Nacken eine schöne Kurve beschreibt.

Um den Kimono- und Juban-Kragen im Rücken vor den hochrutschen zu schützen, kann man ein Koshihimo im Rücken annähen. Manche Juban haben im Rücken einen Stofftreifen, durch den das Himo gezogen werden kann. Diese Konstruktion nennt sich Chikara-nuno und ist sehr hilfreich.

 

Hadajuban

© www.hanamachi.de
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Das Anlegen eines Kimono beginnt mit den Tabi, den japanischen Zehensocken, gefolgt von der Kimono-"Unterwäsche", dem Hadajuban.

 

Als Wäsche darunter eignet sich ein Kimono-BH oder alternativ ein Sport-BH mit großem Rückenausschnitt. Heutzutage wird eine zylindrische Körperform beim Kitsuke angestrebt, so dass Rundungen weggeschnürt oder ausgepolstert werden. Hierzu kann man in Japan spezielle Polster kaufen, z. B. um ein Hohlkreuz auszugleichen. Behelfen kan man sich auch mit einem kleinen Handtuch.

 

 

Nagajuban

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Über den Hadajuban kommt jetzt der Nagajuban.

 

Mit Hilfe dieses Bandes könnt ihr die Position des Kragens im Nacken regulieren. Er sollte etwa eine handbreit vom Nacken abstehen, er muss also heruntergezogen werden.

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Nun führt ihr beide Bandenden nach vorne und bindet sie dort fest zu. Auf diese Weise wird auch der Nagajuban vorne verschlossen. 

Wichtig: der Kragen von Nagajuban und Kimono wird immer rechts über links getragen (von euch aus gesehen).

Anders herum bindet man den Kragen nur bei Verstorbenen!

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Als nächstes folgt das Datejime, welches den Juban endgültig sichert. Es wird vorne verknotet und die Enden unter den Stoff geschoben.

 

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Der Nagajuban ist nun fertig angelegt und ihr könnt mit dem Kimono fortfahren.

Kimono

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Jetzt folgt der Kimono.

 

Hinweis:

Den Kimonokragen gibt es in 2 Varianten: in voller Breite oder vorgefaltet und vernäht.

Hat der Kragen die volle Breite (der Futterstoff ist auf der Innenseite sichtbar), muss er vor dem Anlegen nach innen gefaltet werden. Dazu haben viele Kragen einen angenähten Druckknopf.

 

Der Kimono wir übergelegt, wobei er im Nacken gut am Jubankragen anliegen soll.

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Jetzt folgen die Ärmel.

Dabei sollten die Ärmel des Nagajuban gut in die Kimono-Ärmel passen. Aus diesem Grund sollte man immer einen Nagajuban wählen, der in Spannweite und Ärmellänge minimal kleiner ist als der Kimono. So passt alles perfekt und der Juban schaut nicht heraus.

 

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Zieht die Ärmel des Kimono gleichmäßig nach außen. Die Rückennaht des Kimono sollte jetzt mittig in eurem Rücken sitzen.

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Jetzt folgt die Regulierung der Länge.

Im Idealfall ist der Kimono so lang wie die Trägerin groß ist. Mit etwas Übung sollte es aber auch möglich sein, einen Kimono mit +/- 10 cm Länge zu binden.

Zur Anpassung der Länge gibt es das Ohashori, die Faltung des Kimono an der Taille.

Haltet den Kimonokragen nun mit beiden Händen fest und führt beide Enden vor dem Körper zusammen. Zieht den Kimono so hoch, dass der Saum an der Ferse etwa 3 bis 5 cm über dem Boden liegt.

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Nun führt ihr die linke Seite (von euch aus gesehen) des Kimono (Uwamae) zur rechten Körperhälfte und legt so die Position des Seitensaums fest. Idealerweise sollte der seitliche Saum an eurer rechten Körperseite enden.

 

Hinweis:

Wenn ein Kimono im Umfang zu klein ist, tendiert der seitliche Saum dazu, zu weit mittig zu sitzen. Das führ dann dazu, dass sich der Kimono beim Laufen vorne öffnet und der Juban sichtbar wird.

Um dies zu vermeiden, zieht ihr in diesem Schritt das Uwamae an eure rechte Körperseite. Die Rückennaht wandert dann zwar mit, was aber absolut in Ordnung ist.
Fertig angezogen muss die Rückennaht über dem obi mittig sitzen, darf aber unterhalb des Obi seitlich versetzt sein!

 

 

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Die Lage der linken Kimonoseite ist nun festgelegt und sollte möglichst nicht mehr verändert werden.
Nun ist das Shitamae, die rechte Kimonoseite an der Reihe.Dazu öffnet ihr den Kimono wieder, diesmal aber ohne die seitliche Lage zu verändern. Nun führt ihr die rechte Kimono-Hälfte an eure linke Seite.
Da diese Kimono-Seite innen liegen wird, muss der untere Saum am Ende etwa 15 cm über dem Boden enden, da sonst am Ende eventuell der Saum unten raushängt.

Wichtig ist, dass der Saum im Rücken bei ca. 3 – 5 cm über dem Boden liegt. 

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Nun faltet ihr das Uwamae, also die linke Kimono-Hälfte, zurück in Position. Der Saum sollte ca. 6 - 6,5 cm über dem Boden enden.

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So, die untere Kimono-Hälfte ist jetzt in Position^^

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Was ihr jetzt braucht ist ein Koshihimo, dass den Kimono in Position halten wird.

 

Dazu haltet ihr den Kimono mit eurer rechten Hand fest an den Körper gedrückt. Das Koshihimo legt ihr vorne an, überkreuzt es hinten und führt es wieder nach vorne.

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Bindet das Koshihimo so fest wie möglich um den Körper und macht vorne eine Schleife oder einen Knoten. Die Enden werden dann unter das Himo geschoben, sie sollten aud keinen Fall herunterhängen.

Hinweis:

Ein Knoten in einem Koshihimo kann sich leicht zuziehen und ist dann sehr schwer wieder zu öffnen. Um das zu verhindern, macht man einen Halbknoten und wickelt dann das eine Himo-Ende noch 2 – 3 Mal herum, bevor der Knoten vollendet wird. Das sollte helfen^^

 

 

und macht eine Schleife. Deren Enden steckt ihr am Koshihimo entlang, sodass sie nicht herunterhängen.

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Da der Kimono nun sicher sitzt, könnt ihr anfangen, den oberen Teil zu richten.

 

Zuerst wird der Stoff nach oben gezogen, so dass Falten um das Himo geglättet werden. Der so entstehende "überschüssige" Stoff wird das Ohashori bilden, also die Faltung des Kimono an der Taille.
Zieht als nächstes das Rückenteil glatt, die Rückennaht sollte mittig sitzen

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Als nächstes ist der Frontbereich an der Reihe.

 

Da das Ohashori dazu neigt aufgebauscht und faltig zu sein, sobald mehr Stoff verwendet wird, ist es ratsam das innenliegende Stück Kimonostoff nach oben zu falten. Das so entstehende Stoffdreieck wird später unter dem Obi verschwinden und das Ohashori bleibt schön flach. 

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Als nächstes wird der Kragen gerichtet.

 

Dazu könnt ihr z. B. einen Korin Belt verwenden, ein elastisches Band mit 2 Krokodielsklammern an den Enden. Andere behelfen sich hier mit einem Himo oder richten den Kragen einfach so.

 

Wir machen weiter mit dem Korin Belt, der  am innen liegenden Kragen befestigt wird.

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Das andere Ende führt ihr nun durch die linke Ärmelöffnung.

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Und weiter um euren Rücken herum zur rechten Körperseite.

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Hier befestigt ihr jetzt die zweite Klammer am äußeren Kragen auf gleicher Höhe wie das andere Ende. Der Korin Belt soll den Kragen vor dem verrutschen sichern. Wichtig ist, dass er nicht zu hoch angebracht ist, der soll später unter dem Obi verschwinden.

 

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Jetzt müssen die Falten im Rücken geglättet werden. Zieht dazu den Stoff seitlich nach unten unter die Arme.

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Wenn alles sitzt kommt ein zweites Datejime zum Einsatz, egal ob mit Korin belt oder ohne. Es sichert alle Lagen und bietet eine glatte Fläche für den Obi.

 

Wenn das Datejime sitz, kann man noch einmal das Gesamtbild begutachten, letzte Falten glattstreichen oder das Ohashori richten.

 

Fertig^^

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