Kimono für Frauen

Frauen-Kimono unterscheiden sich im Grundschnitt kaum. Sie werden traditionell aus Stoffrollen gefertigt,
die ca. 12 m lang und 36 bis 38 cm, selten auch 40 cm breit sind, was natürlich die maximale Spannweite sowie den Umfang begrenzt. Unterschiede gibt es vor allem in der Länge der Ärmel (je jünger und formaler, desto länger die Ärmel) und der Rundung der äußeren Ecken (je runder, desto jünger die Trägerin).


„One fits all“ gibt es bei Kimono nicht. Länge, Spannweite und Umfang sind die entscheidenden Kriterien um einen passenden Kimono zu finden. Allerdings kann man sagen, dass die Bandbreite von dem was passt, größer ist als bei westlicher Kleidung.


Frauen-Kimono unterscheidet man zu Männer-Kimono in u. a. folgenden Punkten:


Länge – Frauen-Kimono sind in der Länge recht flexibel. Die Regulierung geschieht durch das

              Ohashori, die horizontale Faltung des Kimono an der Taille.
Ärmel – Die Außenkanten der Ärmel sind gerundet, die Ärmelinnenseiten sind offen, hier ist der 

             Juban sichtbar
Mon – Familienwappen (kamon oder mon) auf Frauen-Kimono sind kleiner als die auf Männer-Kimono

Eri – Der Eri (Kragen) bei Frauen-Kimono kann halbbreit vernäht sein oder die volle Breite haben, wobei
        er beim Tragen dann nach innen umgefaltet wird. Männer-Kimono haben immer einen halbbreiten
        Kragen.

 

Teile des Kimono

Teile des Kimono:

  1.    sode = Ärmel
  2.    sodeguchi = Ärmelöffnung
  3.    miyatsukuchi = Öffnung an der Achsel
  4.    furi = Ärmel unterhalb der Armöffnung
  5.    tamoto = „Ärmel"-Tasche
  6.    mae migoro = Front-Bahn
  7.    ushiro migoro = Rücken-Bahn
  8.    okumi = Front-Bahn unter dem Kragen
  9.    eri = Kragen
10.    uraeri = innerer Über-Kragen
11.    tomoeri = äußerer Über-Kragen
12.    doura = oberes Futter
13.    hakkake = unteres Futter

14.    fuki = Saum-Schutz

 

Längenbezeichnungen:
mitake = Rückenlänge unterhalb des Kragens
               gemessen
sode take = Länge des Ärmels
erishita = Länge des Okumi vom Kragenende
                zum Boden
yuki take = halbe Spannweite
                  (Rückennaht bis Ärmelöffnung)
mae haba = Breite der Front-Bahn
ushiro haba = Breite der Rücken-Bahn unten
kata haba = Breite der Rücken-Bahn oben
okumi haba = Breite der Okumi-Bahn
sode haba = Breite des Ärmels

 


Kimono Arten

Formalität aufsteigend

Yukata

Leichter hitoe (ohne Futter) Sommer-Kimono aus Baumwolle und immer mit halbbreitem Kragen.


Yukata sind der Inbegriff für Sommer, laue Abende, Feuerwerk (hanabi) und Festivals (matsuri). Sie sind leicht, leger und unkompliziert sowohl was das Tragen als auch das Reinigen angeht.

Yukata trägt man in der Regel:

– ohne Nagajuban (Unterkimono mit Kimono-Ärmeln), dafür nur

   mit Hadajuban (Unterkimono mit kurzen Röhren-Ärmeln)
– mit Geta ohne Tabi
– mit Hanhaba Obi (informaler, halbbreiter Obi)
– ohne Obiage und Obijime.

 

Yukata gibt es in den verschiedensten Webungen, Designs und Preisklassen, vom maschinell bedruckten Standard-Yukata bis hin zum mit echtem Indigo gefärbten und Shibori dekorierten Oberklassemodell. Yukata können formal auch aufgewertet werden (mit Juban, Tabi, Nagoya Obi, Obiage und Obijime etc.), bleiben aber immer leger.

Komon

Informaler Kimono, der durch ein sich wiederholendes Muster gekennzeichnet ist, das im Wechsel richtig herum und auf dem Kopf steht und dabei nicht über die Nähte hinausgeht.


Komon sind Alltags- und Allround-Kimono, die im Haus, beim Einkauf, beim Nachbarschaftsbesuch, zur Party, im Restaurant oder im Museum (etc.) getragen werden können. Ein teurer, handgenähter Seiden-Komon steht dabei formal natürlich über einem maschinell gefertigten Polyester-Komon, der wiederum andere Vorteile besitzt, wie z. B. die Möglichkeit zur einfachen Reinigung (Hand- oder Maschinenwäsche).

 

Obi zum Komon sind meistens
– Nagoya Obi
– Hanhaba Obi
– Fukuro-Nagoya Obi


Sonderform:
Edo Komon 
Komon mit einem ganzheitlichen, einfarbigen Muster, das sich aus vielen kleinen Punkten zusammensetzt.

 

Diese gedruckte Dekorationstechnik entstand während der
Edo Zeit, daher auch der Name. Da ein Edo Komon aus der Entfernung wie eine unifarbener Kimono (Iromuji) aussieht,
wird er formal wie dieser behandelt. Ein einzelnes Mon (Familienwappen) kann vorhanden sein und wertet den Edo Komon formal noch etwas auf.

Iromuji    

Unifarbener Kimono, der auch mit einem oder mehreren Mon (Familienwappen) versehen sein kann.

 

Iromuji sind Allroundtalente, da sie – je nach Anzahl der Mon – formal stark variieren können (je mehr,desto formaler). Außerdem sind sie jahreszeitlich unabhängig, da sie keine sichtbaren Muster aufweisen und man nur zwischen awase (mit Futter) und hitoe (ohne Futter) unterscheidet. Man kann sie zu vielen Anlässen tragen: zur Teezeremonie (als Gast oder Gastgeber), zu Ausstellungen, zur Hochzeit (als Gast), im Restaurant, zur formalen Party etc.


Obi zum Iromuji sind meistens
– Nagoya Obi
– Fukuro-Nagoya Obi
– Fukuro Obi

Tsukesage

Kimono mit einem abgegrenzten Muster, das auf den Ärmeln und im unteren „Rock“-Bereich zu finden ist, aber nicht über
die Nähte hinausgeht.


Tsukesage sind semi-formale Kimono und zu vielen Gelegenheiten tragbar: von der formalen Dinnerparty, dem schicken Restaurantbesuch oder der Hochzeit (Gäste, Verwandte) etc.

 

Obi zum Tsukesage sind meistens
– Fukuro Obi
– Fukuro-Nagoya Obi
– Nagoya Obi

 

Houmongi

Kimono mit einem ganzheitlichen Muster, das auf den Ärmeln und im unteren „Rock“-Bereich, manchmal auch im Rücken,
der Brust und am Kragen zu finden ist und über die Nähte hinausgeht.


Houmongi stehen formal etwas über dem Tsukesage und sind semi-formal/formal einsetzbar, z. B. zur Hochzeit (Gäste, Verwandte). Houmongi werden oft als „Besuchs-Kleidung“ beschrieben, sie können (wie alle vorherigen Kimono auch)
von verheirateten und unverheirateten Frauen getragen werden.


Obi zum Houmongi sind meistens
– Fukuro Obi
– Fukuro-Nagoya Obi
– Maru Obi

Die Unterscheidung zwischen Houmongi und Tsukesage ist oft schwierig, da auch Hybrid­formen aus beiden existieren und der Trend dahin geht, dass die Unterschiede immer weiter „verwaschen“.

Tomesode:
Irotomesode   

Formaler farbiger (iro) Kimono mit einem Muster nur im „Rock“-Bereich mit mindestens einem Mon (Familienwappen), der von verheirateten und unverheirateten Frauen getragen wird.

 

Irotomesode sind die formalsten Kimono für „ältere“, unverheiratete Frauen. Da in der japanischen Gesellschaft eine frühe Heirat als normal galt (und teilweise immer noch gilt), ist der Irotomesode ein unverfängliches Kleidungsstück für formale Events wie z. B. Hochzeiten oder Empfänge.

 

Kurotomesode

Formaler schwarzer (kuro) Kimono mit einem Muster nur im „Rock“-Bereich für die verheiratete Frau, immer mit 5 Mon (Wappen).


Der Kurotomesode ist der formalste Kimono für die verheiratete Frau. Heute wird er in der Regel von den Müttern des Brautpaares getragen, was auch auf ihre hohe soziale Stellung bei der Hochzeit hinweist.
Früher war es vielfach so, dass beim schwarzgrundigen Furisode der Braut nach der Hochzeit die Ärmel eingekürzt wurden, d. h. das farbige Design im unteren Ärmelbereich wurde entfernt, so dass dieser dann als Kurotomesode weiter verwendet werden konnte.

 

Obi zum Tomesode sind meistens

– Maru Obi
– Fukuro Obi
  (beide formal mit viel Silber und Gold)

Furisode

Formaler Kimono mit langen Ärmeln für unverheiratete junge Frauen und junge Mädchen.


Allgemein kann man sagen, dass:
je länger die Ärmel, je formaler der Furisode.
Oh-Furisode oder Hon-Furisode:

   ca. 114 bis 125 cm (zur Hochzeit)
Chu-Furisode:    

   ca. 91 bis 106 cm (zu verschiedenen Anlässen)
Ko-Furisode:    

   ca. 75 bis 87 cm (mit Hakama zum Schulabschluss).

 

Obi zum Furisode sind meistens
– Fukuro Obi
– Maru Obi

Kakeshita   

Der Hochzeitsfurisode (Kakeshita) ist der formalste und in der Regel letzte Furisode, den Frauen tragen, was den Übergang vom Mädchen zur Frau symbolisieren soll.

 

Einen Kakeshita erkennt man meistens am auffälligen Design sowie der Dekoration mit Glückssymbolen wie Kranich, Pinie, Bambus oder Heian-Karren. Kakeshita haben einen gefütterten Saum und werden über den Boden schleppend getragen.

 

Obi zum Kakeshita sind meistens
– Fukuro Obi
– Maru Obi

Shiromuku   

Weißer oder cremefarbener Hochzeitskimono (Shiromuku), manchmal mit rotem Futter.


Obi zum Shiromuku sind meistens
– Hochzeits-Maru Obi (oft weiß oder creme und etwas schmaler in der Breite)
– Fukuro Obi
– Maru Obi

Uchikake   

Formaler „Über“-Kimono zum Kakeshita mit stark wattiertem Saum.


Der Uchikake gehört zum Braut-Ensemble und wird offen und schleppend über dem Kakeshita oder Shiromuku getragen. Ein Obi gehört nicht dazu.

Mofuku

Formaler undekorierter schwarzer Kimono mit 5 Mon (Wappen).


Mofuku Kimono werden von der Familie zur Beerdigung getragen. Zum Mofuku Ensemble gehören:
– weißer Juban
– schwarzer Obi (oft ein Nagoya Obi), kann unauffällig dekoriert sein (aber immer ohne ergänzende Farbe)
– schwarze Accessoires wie Obiage, Obijime, Makura, Handtasche etc.
– weiße Tabi und schwarze Zori.


Gäste und Trauernde tragen in der Regel gedeckte, dunkle Farben, beim Obi werden z. B. Sutren-Texte zur Dekoration benutzt.

News

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Kimono-Sonntag, 20. Mai,
Teehaus Planten un Blomen, Hamburg.
Um 15, 16 & 17 Uhr:
Vortrag zum Theme "Kimono",
Dauer ca. 15 Minuten,
Referentin: Doro Schlüter (Spree Kingyo)

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