Kimono Pflege und Lagerung

Genau wie westlich Kleidung (yofuku) sollten Kimono etc. richtig behandelt, gepflegt und gelagert werden. Eine Jeans nachzukaufen ist kein Problem, bei Kimono, besonders bei älteren Stücken, sieht das schon anders aus. Auch wenn Kimono heutzutage in größeren Stückzahlen produziert werden und besonders Synthetik-Kimono oder Yukata gut nachzukaufen sind, sollte man seinen Kimono-Schätzchen doch ein gewisses Maß an Zuwendung zukommen lassen :-)

Nach dem Tragen

Kimono und Juban nehmen beim Tragen einen gewissen Grad an Feuchtigkeit auf (Schweiß etc.). Werden sie sofort nach dem Tragen wieder verstaut, bleibt diese im Gewebe und kann zu Stockflecken oder Verfärbungen zwischen den einzelnen Stofflagen führen.

 

Was tun?

Kimono und Juban aus Synthetik, Baumwolle, Leinen oder Wolle lassen sich bis zu einem gewissen Grad selber reinigen (Waschmaschine, Badewanne etc.).

 

Bei Seiden-Kimoo sieht das anders aus. Darum werden sie traditionell nach dem Tragen ausgelüftet. Dies kann je nach Witterung ein paar Tage dauern.

Am besten geschieht dies hängend auf einem speziellen Kimono-Bügel mit ausziehbarer Teleskopstange für die Ärmel oder der Variante "Holzstange". Einen normalen Kleiderbügel sollte man nicht verwenden, die geraden Nähte des Kimono sind dafür nicht gedacht.

 

Auf jeden Fall sollte der Kimono komplett hängen und die Ärmel in voller Spannweite ausgebreitet sein.

Der Ort sollte gut belüftet und schattig sein, direkte Sonne ist in jedem Fall zu verweiden um Ausbleichungen zu verhindern.

 

Die gleichen Grundregeln gelten natürlich auch für Obi und alle anderen Arten von Wafuku.

Lagerung

Je nach vorhandenem Platz gibt es unterschiedliche Methoden, seine Kimono-Sammlung zu lagern.

 

Traditionell geschieht dies liegend in einem Tansu (Kimono-Schrank). Kimono und Obi sind dabei einzeln in Tatoshi, Schutzhüllen aus säurefreiem Washi-Papier, untergebracht. Ein traditioneller Tansu hat den Vorteil, dass das verwendete Paulownia- oder Zedern-Holz Insekten fernhält, daher stammt auch der an Mottenkugeln erinnernde Geruch bei vielen Kimono aus Japan ;-)

 

Ich persönlich mag die Lagerung in Tatoshi, da so die einzelnen Kimono und Obi voneinander getrennt und gut vor Staub etc. geschützt sind. Außerdem kann man so gut mit Insektenschutzmitteln (Zedernholz, Anti-Motten-Papier etc.) arbeiten, die niemals direkt mit dem Stoff in Kontakt kommen sollten!

 

Tatoshi kann man im Internet bestellen, es gubt sie in unterschiedlichen Ausführungen und Größen für Obi, Haori und Kimono.

 

 

Kimono zusammenlegen

Es gibt verschiedene Methoden einen Kimono zur Lagerung zu falten.

 

Das Ziel ist es, den Kimono entsprechend seiner Nähte zusammenzulegen und so Knitterfalten zu vermeiden.

 

Als erstes wird der Kimono auf einer sauberen Unterlage ausgebreitet. Die Rückenbahnen sollten der Länge nach voll ausgebreitet sein.

Als nächstes wird die rechte Seite nach innen gefaltet und glatt gestrichen.

Es folgt die linke Seite, genauso als würde man den Kimono anziehen.

Jetzt muss der Kragen gerichtet werden.

Dazu wird der hintere Kragen nach vorne geklappt.

Jetzt wird der innere Kragen nach oben geschlagen.

Es folgt der äußere Kragen.
Jetzt sitzt alles an Ort und Stelle.

Der Kimono ist jetzt komplett glatt ausgelegt.

Als nächstes wird die komplette linke (obere) Kimono-Hälfte auf die andere Seite geklappt.

Der obere Ärmel wird jetzt zurückgefaltet, so dass er auf dem Kimono liegt.

Je nach Größe des Tatoshi wird jetzt der Kimono der Länge nach gefaltet.

In diesem Fall reicht es den Kimono einmal hochzuschlagen, ansonsten kann es auch sein, dass der Kimono 2x umgeschlagen werden muss.

Jetzt muss nur noch der zweite Ärmel über den gefalteten Kimono gelegt werden.

Jetzt kann der Kimono im Tatoshi verstart werden.

 

Fertig^^

 

Nagoya Obi zusammenlegen mit Tatoshi

Obi kann man auf ganz unterschiedliche Weise falten und verstauen. Dies ist eine Methode zur Lagerung in einem kurzen Obi-Tatoshi.

Das Tesaki, der breite Teil des Nagoya Obi, wird mit der Motiv-Seite nach unten ausgebreitet.

Am oberen Ende, wo das Maegara, die spätere Bauchbinde beginnt, wird diese im rechten Winkel zur Seite ausgebreitet, so dass darunter ein Dreieck gebildet wird.

Das Maegara wird nun im 45°-Winkel gefaltet.

Jetzt gibt es 2 Möglichkeiten:
– Man fährt fort, das Maegara im 45°-Winkel zu falten. Dies passiert 2x hintereinander, so dass auch hier ein Dreieck gebildet wird und man nun auf der anderen Hälfte des Tesaki zurückwandert.

– Das Maegara wird zurückgeschlagen, man faltet also auf der gleichen Seite des Tesaki zurück.

 

Ich benutze hier für die zweite Methode, da ich sonst eine schräge Faltlinie durch das Blumenmotiv laufen hätte.


Über das ursprüngliche Dreieck wird nun ein zweites gefaltet, das Maegara befindet sich jetzt auf der anderen Hälfte des Tesaki.

Das Maegara ist nun fast komplett gefaltet, das kurze Ende wird jetzt einfach zurückgeschlagen. So sind auf beiden Seiten des Tesaki 2 Lagen des Maegara geflatet und man hat einen gleichmäßigen Untergrund.

Als nächstes wird das entstandene Dreieck eingeklappt.

Nun muss nur noch das Ende des Tesaki übergeschlagen werden, so dass ein handliches Paket entsteht, welches in das Tatoshi passt.

Der Obi kann jetzt in das Tatoshi gepackt werden.

Die kurzen Seiten des Tatoshi werden zuerst umgeschlagen und verknotet.

Jetzt muss nur noch das Deckpapier umgeschlagen und festgebunden werden.

 

Fertig^^

 

Nagoya Obi zusammenlegen ohne Tatoshi

Dies ist eine praktische Methode für alle, die keine Tatoshi haben und eine platzsparende Variante bevorzugen.

 

Der Nagoya Obi on diesem Beispile ist auf beiden Seiten zu 100 % gemustert.

Da ich in diesem Fall die Schauseite der Tesaki (Breiter Teil des Nagoya Obi) auf der geschützten Innenseite haben möchte, wird der Obi mit dieser Seite nach oben gefaltet.

Das Maegara wird im 45°-Winkel zur Seite gelegt, so dass ein Dreieck entsteht.

Das Maegara wird nun zurückgefaltet, ob unter oder über das Dreieck kann frei gewählt werden. In der Breite sollte die Faltung etwa in der Breite des Obi erfolgen.

Jetzt wird das Maegara zurückgeklappt, hier wieder auf der Breite des Tesaki.

Die Faltung hin und zurück kann im Zickzack erfolgen oder wie hier immer um die vorherige Lage herum, da so die Faltlinien nicht ganz so ausgeprägt werden.

Am Ende sollte das Maegara in etwa so aussehen.

Das gefaltete Maegara-Bündel wird jetzt in die Tesaki eingerollt.

Fertig^^

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Kimono-Sonntag, 20. Mai,
Teehaus Planten un Blomen, Hamburg.
Um 15, 16 & 17 Uhr:
Vortrag zum Theme "Kimono",
Dauer ca. 15 Minuten,
Referentin: Doro Schlüter (Spree Kingyo)

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